07Methodik
Planbare Projekte durch nachvollziehbare Kalkulation
Damit Entwicklungsprojekte im Maschinen- und Anlagenbau termin- und budgettreu bleiben, braucht es eine belastbare Kalkulation. Die simulationsbasierte Projektkalkulation ist die Methode dahinter — hier erklaeren wir, wie sie funktioniert.
Definition
Simulationsbasierte Projektkalkulation ueberfuehrt ein Entwicklungsvorhaben in ein strukturiertes Projektmodell mit hinterlegten Unsicherheiten und rechnet daraus per Monte-Carlo-Simulation tausende moegliche Projektverlaeufe durch. Das Ergebnis ist eine konservative Aufwands- und Kostenbandbreite (P10/P50/P90) statt einer einzelnen, truegerisch praezisen Punktschaetzung.
aVorgehen
Von Anforderungen zur Bandbreite.
- 01
Projektmodell
Anforderungen, Phasen, Schnittstellen und Unsicherheiten werden strukturiert erfasst. Statt einer einzelnen Zahl je Position hinterlegen wir Bandbreiten und Abhaengigkeiten — das Modell bildet ab, was am Projekt wirklich unsicher ist.
- 02
Monte-Carlo-Simulation
Auf Basis des Modells werden tausende moegliche Projektverlaeufe durchgerechnet. Jeder Verlauf kombiniert die hinterlegten Unsicherheiten zu einem Gesamtergebnis. So entsteht keine Punktschaetzung, sondern eine Verteilung von Aufwand, Kosten und Dauer.
- 03
Konservative Bandbreite
Aus der Verteilung lesen wir belastbare Kennzahlen ab: P10, P50 und P90. Die Kommunikation ist bewusst konservativ — sie macht die unvermeidbare Unsicherheit transparent, statt eine truegerische Punkt-Sicherheit zu versprechen.
bKennzahlen
P10, P50, P90 — was die Perzentile aussagen
Perzentile beschreiben die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Aufwand nicht ueberschritten wird. Sie ersetzen die eine Zahl durch eine ehrliche Aussage ueber Streuung.
- P10Optimistisch
In nur 10 % der simulierten Verlaeufe liegt der Aufwand darunter. P10 ist die untere, ambitionierte Grenze — kein Planwert.
- P50Median
Die Haelfte der Verlaeufe liegt darunter, die Haelfte darueber. P50 ist der zentrale Erwartungswert, nicht das sichere Ergebnis.
- P90Konservativ
In 90 % der Verlaeufe wird dieser Wert nicht ueberschritten. P90 eignet sich als verhandlungs- und budgetsichere Grundlage.
cKalibrierung
Warum die Bandbreite belastbar ist
Eine Simulation ist nur so gut wie ihre Annahmen. Deshalb werden die hinterlegten Verteilungen an strukturierten Erfahrungswerten und abgeschlossenen Projekten kalibriert und Abhaengigkeiten zwischen Positionen (Korrelationen) beruecksichtigt. So wird vermieden, dass sich Unsicherheiten faelschlich herausmitteln — die reale Streuung bleibt sichtbar. Die methodische Grundlage entsteht gemeinsam mit unserem wissenschaftlichen Partner AlgebraX.
dAbgrenzung
Im Vergleich zu etablierten Verfahren
Andere Schaetzverfahren haben ihre Berechtigung — sie machen Unsicherheit aber selten explizit.
- Expertenschaetzung
- Beruht auf Erfahrung und Bauchgefuehl. Liefert eine einzelne Zahl, macht Unsicherheit und Kostentreiber aber nicht explizit — Abweichungen werden erst spaet sichtbar.
- Delphi
- Strukturiert Expertenmeinungen ueber mehrere Runden und reduziert Ausreisser. Bleibt jedoch meinungsbasiert und liefert keine kalibrierte Wahrscheinlichkeitsverteilung.
- Function Points
- Misst funktionalen Umfang und ist fuer klassische IT-Projekte etabliert. Fuer Steuerungs-, Automatisierungs- und Embedded-Software im Maschinen- und Anlagenbau greift die Metrik oft zu kurz.
- PERT (ohne Kalibrierung)
- Rechnet mit Drei-Punkt-Schaetzungen und ist ein Vorlaeufer des Simulationsgedankens. Ohne kalibrierte Verteilungen und Korrelationen unterschaetzt die klassische Anwendung die reale Streuung.
eFAQ
Haeufige Fragen
- Was ist simulationsbasierte Projektkalkulation?
- Simulationsbasierte Projektkalkulation ueberfuehrt ein Entwicklungsvorhaben in ein strukturiertes Projektmodell mit hinterlegten Unsicherheiten und rechnet daraus per Monte-Carlo-Simulation tausende moegliche Verlaeufe durch. Ergebnis ist eine konservative Aufwands- und Kostenbandbreite (P10/P50/P90) statt einer einzelnen Punktschaetzung.
- Wofuer stehen P10, P50 und P90?
- Die Perzentile beschreiben, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Aufwand nicht ueberschritten wird. P10 ist die optimistische untere Grenze, P50 der Median, P90 die konservative Grenze, die sich als budget- und verhandlungssichere Planungsbasis eignet.
- Wie unterscheidet sich die Methode von einer klassischen Expertenschaetzung?
- Eine Expertenschaetzung liefert eine einzelne Zahl und verbirgt die zugrunde liegende Unsicherheit. Die simulationsbasierte Kalkulation macht Unsicherheit und Kostentreiber explizit und gibt eine nachvollziehbare Bandbreite aus — Abweichungsrisiken werden dadurch frueh verhandelbar.
- Wird im Browser live gerechnet?
- Nein. Die Simulation laeuft in der Costmark-Engine; die Website zeigt vorgerechnete, beispielhafte Ergebnisse. Fuer ein konkretes Vorhaben wird ein eigenes Projektmodell aufgebaut und kalibriert.